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Bohnsdorf - Geschichteaus Wikipedia, der freien Enzyklopädie SpätmittelalterAm heutigen Dorfplatz wurde vermutlich während der deutschen Ostexpansion im 13. Jahrhundert der Grundstein für den heutigen Ortsteil gelegt. Damit wäre Bohnsdorf ähnlich alt wie die beiden „Kern“-Städte Berlin und Cölln. Es entstand ein Anger – eine Kirche und ein Dorfplatz im Mittelpunkt und etwa sieben bis neun Gehöfte in einem Oval ringsherum. Im Jahr 1375 ließ Kaiser Karl IV. das Landbuch der Mark Brandenburg anlegen. Die Siedlung am Dorfplatz wurde unter dem Namen Benistorp und Bonenstorf eingetragen (auch eine andere kleine Siedlung findet hier erste Erwähnung: Glinik). Unter den HohenzollernDie Siedlung Bohnsdorf hatte während der nächsten 200 Jahre ständig wechselnde Lehnsherren, meist Adlige aus Berlin-Cölln oder aus der Mark, von denen es aber – abgesehen von regelmäßigen Steuerzahlungen – allgemein in Ruhe gelassen wurde. Ein Tiefpunkt in der Geschichte Bohnsdorfs war die Zeit zwischen 1400 und 1420, als die Raubritter Johann und Conrad von Quitzow die Region unsicher machten und die Siedlungen rings um Berlin-Cölln plünderten. Am 3. Januar 1571 starb Joachim II. von Brandenburg auf dem Wege nach Berlin. Seinen vermuteten Todesort am Ende der heutigen Bohnsdorfer Joachimstraße zierte von 1845 bis 1940 ein Denkmal des Kurfürsten. Brandenburg, das sich schon zu Lebzeiten Martin Luthers der Reformation angeschlossen hatte, zog 1630 als Verbündeter Schwedens in den Dreißigjährigen Krieg. Durch die mehrmals plündernd durch die Mark ziehenden Heere verlor Bohnsdorf bis zum Ende des Krieges etwa dreiviertel seiner Bevölkerung. Auch die mittelalterliche Kirche wurde schwer beschädigt.
Im Königreich PreußenNach der Gründung des Königreichs Preußen durch Friedrich I. im Jahre 1701 profitierte Bohnsdorf durch das Aufblühen der Königlichen Haupt- und Residenzstadt Berlin. 1764 trafen Siedler aus der Pfalz in Bohnsdorf ein und gründeten östlich des Dorfplatzes die Siedlung Neu-Bohnsdorf. Rund hundert Jahre später, 1865, vereinigten sich Bohnsdorf und Neu-Bohnsdorf zu einer selbstverwalteten preußischen Landgemeinde Bohnsdorf.
Im KaiserreichDer Bauboom der Gründerzeit erfasste auch die Siedlungen rund um Berlin. Es entstanden jene viereckigen Gutshöfe, die noch heute unverändert am Dorfplatz stehen und inzwischen als Ensemble denkmalgeschützt sind. 1877 erwarb der Müller August Urner in der Stadt Köpenick eine voll drehbare Bockwindmühle, die er mit Pferdefuhrwerken bis auf seinen Gutshof am Dorfplatz transportierte. (Die Mühle stand bis Anfang der 1980er-Jahre am selben Ort und sollte eigentlich restauriert und unter Denkmalschutz gestellt werden. Der Magistrat entschied dann allerdings, die Mühle zur Devisenbeschaffung an das damalige Museum für Verkehr und Technik (heute: Deutsches Technikmuseum Berlin) in Kreuzberg) zu verkaufen, wo sie noch heute ausgestellt ist (siehe: Bohnsdorfer Bockwindmühle im Technikmuseum). 1889 kam der Gartenbaudirektor Max Buntzel nach Bohnsdorf und erwarb ein Grundstück auf dem Falkenberg, auf dem er eine große Obstplantage anlegte. Außerdem baute er sich eine schlossähnliche Villa im Stil der Renaissance. Aufgrund finanzieller Nöte musste er Villa und Plantage jedoch schon 1906 wieder verkaufen. Die Gemeinde Bohnsdorf hat er dennoch geprägt: Der Falkenberg heißt seither bei den Anwohnern nur noch Buntzelberg. Buntzels Interesse am Obstbau spiegelte sich auch in edlen alten Obstsorten der Bohnsdorfer Gärten wider, weil sich damalige Besitzer ihre Obstbäume unter Verwendung von Edelreisern zogen, die aus der Buntzel-Plantage stammten.
In Groß-BerlinMit Inkrafttreten des Groß-Berlin-Gesetzes am 1. Oktober 1920 wurde Bohnsdorf zunächst als Ortsteil des Bezirks Köpenick nach Groß-Berlin eingemeindet. 1938 kam es dann zum Bezirk Treptow im Austausch gegen Oberschöneweide. Seit Inkrafttreten des Gebietsreformgesetzes zum 1. Januar 2001 gehört Bohnsorf zum Bezirk Treptow-Köpenick. Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Bohnsdorf (13.12.2010) |
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